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Lohnsteuer in Deutschland — Wie wird sie berechnet?

Verstehen Sie die Grundlagen der Lohnsteuerberechnung, Steuerkategorien und deren Auswirkung auf Ihr Nettogehalt. Ein praktischer Leitfaden für Arbeitnehmer.

10 min Lesezeit Mittelstufe Februar 2026
Arbeitszimmer mit offener Steuererklärung, Dokumenten und Steuererklärungsformularen auf Schreibtisch angeordnet

Was ist Lohnsteuer überhaupt?

Die Lohnsteuer ist eine Einkommensteuer, die direkt vom Arbeitgeber von Ihrem Bruttoeinkommen abgezogen wird. Sie’s ein wichtiger Bestandteil des deutschen Steuersystems und wird monatlich, wöchentlich oder täglich berechnet — abhängig von Ihrer Zahlungsweise.

Jeder Arbeitnehmer zahlt Lohnsteuer, aber der Betrag hängt von mehreren Faktoren ab. Die Höhe wird durch Ihre Steuerklasse, Ihr Einkommen und persönliche Freibeträge bestimmt. Verstehen Sie diese Faktoren, und Sie können Ihre Gehaltsabrechnung viel besser nachvollziehen.

Nahaufnahme eines Taschenrechners neben handschriftlichen Notizen zur Gehaltsberechnung auf einem Schreibtisch

Die sechs Steuerklassen verstehen

Deutschland hat sechs verschiedene Steuerklassen. Welche Klasse für Sie gilt, hängt von Ihrem Familienstand und Ihrer Lebenssituation ab. Die meisten Arbeitnehmer sind in Klasse I oder IV, aber Verheiratete haben mehr Optionen.

Klasse I: Alleinstehende, Ledige, Verwitwete. Das’s die Standardklasse für die meisten.
Klasse II: Alleinerziehende mit Anspruch auf Freibetrag. Bietet bessere Steuervergünstigungen als Klasse I.
Klasse III: Verheiratete mit hohem Einkommen, wenn der Partner wenig verdient.
Klasse IV: Verheiratete mit ähnlichem Einkommen. Beide Partner zahlen etwa gleich viel Steuern.
Klasse V: Verheiratete, wenn der Partner in Klasse III ist. Höhere Steuerlast als Klasse IV.
Klasse VI: Für mehrere Arbeitsverhältnisse gleichzeitig. Das Nebeneinkommen wird höher besteuert.
Person am Schreibtisch mit Gehaltsabrechnung und Finanzunterlagen, konzentriert auf Lohnberechnung

So wird die Lohnsteuer berechnet

Die Berechnung erfolgt nach einem standardisierten System, das das Finanzamt bereitstellt. Ihr Arbeitgeber nutzt diese Tabellen, um die genaue Steuer zu ermitteln. Aber wie funktioniert das konkret?

01

Bruttoeinkommen festlegen

Ihr monatliches Bruttogehalt ist die Basis. Das’s der Betrag vor allen Abzügen.

02

Freibeträge abziehen

Persönliche Freibeträge reduzieren die steuerpflichtige Einnahme. Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Jahr.

03

Steuertabelle anwenden

Das Finanzamt gibt jährlich Steuertabellen vor. Diese Tabellen enthalten Ihre Steuerklasse und zeigen den exakten Steuerbetrag.

04

Kirchensteuer addieren

Falls Sie einer Kirche angehören, kommt etwa 8-9% Kirchensteuer hinzu. Das wird zusätzlich zur Lohnsteuer erhoben.

Wichtige Freibeträge und Steuervergünstigungen

Freibeträge sind Einkommensteile, auf die Sie keine Steuern zahlen. Sie’s einer der wichtigsten Wege, um Ihre Steuerlast zu senken. Hier sind die wichtigsten Freibeträge für 2026:

Grundfreibetrag: 11.600 Euro pro Jahr

Jeder Arbeitnehmer kann diesen Betrag steuerfrei verdienen.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag: 1.000 Euro pro Jahr

Pauschale für Werbungskosten, wird automatisch berücksichtigt.

Sonderausgaben: bis 4.000 Euro

Versicherungsbeiträge und andere Sonderausgaben können geltend gemacht werden.

Finanzberater erklärt Freibeträge mit Dokumenten und Grafiken auf dem Schreibtisch

Praktisches Beispiel: Lohnsteuer berechnen

Sehen Sie, wie das alles zusammenhängt. Nehmen wir an, Sie verdienen 3.500 Euro brutto monatlich, sind ledig und in Steuerklasse I.

Bruttoeinkommen: 3.500,00
Grundfreibetrag (monatlich): 966,67
Steuerpflichtiges Einkommen: 2.533,33
Lohnsteuer (nach Tabelle): 280,00

Das’s ein vereinfachtes Beispiel. Die tatsächliche Berechnung berücksichtigt noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Aber Sie sehen das Prinzip: Freibetrag vom Brutto abziehen, dann die Steuertabelle anwenden.

Tipps zur Senkung Ihrer Lohnsteuer

Es gibt mehrere legale Wege, um Ihre Lohnsteuer zu reduzieren. Sie müssen nur wissen, worauf Sie achten sollten.

Werbungskosten dokumentieren

Fahrtkosten, Arbeitsmittel und Fortbildungskosten können Sie als Werbungskosten absetzen. Sammeln Sie alle Belege und reichen Sie diese in der Steuererklärung ein.

Steuerklasse überprüfen

Verheiratete können zwischen den Kombinationen I/V, III/V oder IV/IV wählen. Eine falsche Steuerklasse kostet Sie schnell Hunderte Euro pro Jahr.

Unterhaltsleistungen nutzen

Falls Sie unterhaltsberechtigt sind oder Unterhalt zahlen, können Sie das geltend machen. Das reduziert die Steuerlast erheblich.

Altersvorsorge ausbauen

Beiträge zur Altersvorsorge sind Sonderausgaben und mindern Ihre steuerpflichtige Einnahme. Das’s eine win-win-Situation.

Steuererklärung einreichen

Nicht jeder muss eine Steuererklärung machen, aber viele Arbeitnehmer bekommen Geld zurück. Nutzen Sie diesen kostenlosen Vorteil.

Fachleute konsultieren

Steuerberater und Lohnsteuer-Hilfeverbände können Sie beraten. Die Gebühren sind oft günstiger als die Steuern, die Sie sparen.

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Lohnsteuer wird vom Arbeitgeber direkt von Ihrem Bruttoeinkommen abgezogen. Ihre Steuerklasse, Ihr Einkommen und Ihre persönlichen Verhältnisse bestimmen den genauen Betrag. Es’s wichtig, dass Sie verstehen, wie diese Berechnung funktioniert, um Ihre Gehaltsabrechnung richtig lesen zu können.

Es gibt 6 Steuerklassen, jede mit unterschiedlichen Steuersätzen
Freibeträge reduzieren Ihre Steuerlast erheblich
Die Berechnung folgt standardisierten Tabellen des Finanzamts
Eine Steuererklärung kann zu Rückzahlungen führen

Wenn Sie regelmäßig Ihre Gehaltsabrechnung überprüfen und Ihre Steuerklasse aktuell halten, sind Sie auf der sicheren Seite. Und denken Sie daran: Die Investition in eine Steuererklärung zahlt sich oft aus.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine Steuerberatung dar. Die Lohnsteuerberechnung ist komplex und hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Die Informationen hier sind allgemeiner Natur und können sich ändern. Für Ihre spezifische Situation empfehlen wir, einen qualifizierten Steuerberater oder die Lohnsteuerhilfevereine zu konsultieren. Sie können Ihre individuelle Situation beurteilen und maßgeschneiderte Empfehlungen geben.